Wintersonnenwende in Irland

Wintersonnenwende in Irland

Wintersonnenwende in Irland? Das ist „irgendwie keltisch“. Das ist „irgendwie heidnisch“. Wir heutige Menschen haben ein diffuses Bild der Jahreszeitenfeste, von nur wenigen historischen Belegen gestützt. Genaues wissen selbst die Gelehrten nicht. Fakt ist, dass alte Völker auf der Grünen Insel (und natürlich anderswo) Teile ihres Lebens nach den Jahreszeiten ausrichteten. Dabei schien der Wechsel der Jahreszeiten von Bedeutung. Wie der Wandel zweimal pro Jahr zur Tag-und-Nacht-Gleiche im Sommer und im Winter.

Welcher genaue Kult dahinter steckte, ist kaum mehr ermittelbar. Über einen zu ausgedehnten Zeitraum erstreckt sich die Periode, in der Menschen auf den Sonnenverlauf achteten. Zu wenig Funde und Überlieferungen existieren. Älteste Belege sind 5.000 Jahre alt und gehen auf die Megalithkultur zurück. Dadurch waren die Kelten, deren Kultur heute vieles zugeschrieben wird, nicht die ersten Iren, die sich über den Sonnenverlauf Gedanken machten. Sie tauchten nämlich frühestens 1.000 Jahre später auf der Grünen Insel auf.

Dagegen steht die Wichtigkeit der Jahresfeste für alle irischen Völker kaum zur Debatte. Nicht umsonst bauten die Menschen der Steinzeit vor 5.000 Jahren gigantische Monumente in denen sie bei der Ausrichtung von Zugängen und Kammern genau auf den Sonnenverlauf achteten. Die bekanntesten Monument dieser Art in Irland sind die Hügelgräber im Brú na Bóinne in der Grafschaft Meath. Darunter zählt Newgrange zu den berühmtesten und ältesten Grabanlagen.

Newgrange Bru na Boinne
Der Grabhügel von Newgrange vom Brú na Bóinne Visitor Centre aus. (Foto: Neil Saad)

Newgrange und die Wintersonnenwende in Irland

Über die beeindruckende Anlage von Newgrange sowie über die umliegenden Gräber von Knowth, Dowth und Townleyhall im Brú na Bóinne schrieb ich in 2018 einen Artikel für Gruene-Insel.de. Darin gehe ich auch auf das Phänomen der Wintersonnenwende in der Grabkammer von Newgrange ein.

Mein erster Besuch in Newgrange

Mein erster und bislang einzigster Besuch in Newgrange fand im Jahr 2010 statt. Es war eine Geschichte aus dem Buch von Murphy’s Law. Während einer Fahrt vom Norden kommend über die M1 nach Dublin, erblickte ich die Hinweisschilder auf das Boyne Valley und Newgrange. Da ich ausreichend Zeit hatte, machte ich den Abstecher. Zunächst besichtigte ich die frei zugängliche Anlage von Dowth. Außer mir befand sich damals niemand an dem alten Grab mit den beeindruckenden Steingravuren.

Schließlich machte ich mich auf den Weg zum Grabhügel von Newgrange. Ich erreichte das Grab um festzustellen, dass Führungen nur mit Guide und vom Brú na Bóinne Visitor Centre ausgehend buchbar waren. Allerdings befand sich das Besucherzentrum auf der anderen Seite des Boyne. So stand ich zwar unmittelbar vor dem Zugang zum Grabhügel, musste aber zunächst die dreizehn Kilometer bis zum Besucherzentrum zurücklegen. Dort angekommen, berichtete mir die Dame an der Rezeption, dass die letzte Führung des Tages gerade aufbrach. Ich war zu spät und die Chance, das Steinzeitgrab zu besichtigen, vorerst vertan.

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