200 Jahre Fanad Lighthouse

200 Jahre Fanad Lighthouse

Auf einer Insel wie Irland ist das Meer nie weit entfernt und die Seefahrt seit Jahrhunderten wichtiger Bestandteil des Insellebens. Leuchttürme, Wahrzeichen der Seefahrt, verteilen sich entlang der irischen Küste. In diesem Jahr feiert mit dem Fanad Lighthouse in Donegal einer der nördlichsten Leuchttürme Irlands sein 200-jähriges Dienstjubiläum.

Fanad ist neben Inishowen eine der beiden großen Halbinseln von Donegal. Westlich von Inishowen gelegen trennt Lough Swilly, ein breiter und sehr langgezogener Meeresarm die beiden Halbinseln voneinander. In die Öffnung von Lough Swilly ragt Fanad Head hinein, ein Landvorsprung, der sich in den Nordatlantik hinaus wagt. Auf diesem leuchtet das Fanad Lighthouse seit nun mehr 200 Jahren Seefahrern den Weg in die sicheren Gewässer von Lough Swilly.
Tor zum Atlantik: die Öffnung von Lough Swilly zwischen Fanad und Inishowen
Anlass für den Bau des Fanad Lighthouse war der Untergang der HMS Saldanha, einem britischen Kriegsschiff, in 1811 bei dem 250 Menschenleben im Lough Swilly verloren gingen. Die beiden einzigen Überlebende der Sturmnacht, der die HMS Saldanha und ihre Besatzung zum Opfer fielen, waren der Schiffskapitän und sein Papagei. Beide starben kurz darauf auf eher kuriosen Wegen. Der Kapitän, völlig entkräftet an die Küste von Donegal gespült, soll von seinen Rettern mit illegalem Schnapps, sogenanntem poitin, wiederbelebt worden sein. Allerdings verarbeitete sein Körper den Schwarzbrand nicht so gut und er starb in der Folge an einer Vergiftung. Sein Papagei, anhand der Gravur auf einem silbernem silbernen Band, eindeutig der HMS Saldanha zu zu ordnen, wurde eine Woche nach dem Schiffsunglück von einem Jäger erschossen.
Fanad Head aus knapp 20 m Höhe
In 1815 begannen schließlich die Bauarbeiten am Fanad Lighthouse. Das ursprüngliche Gebäude wurde binnen zwei Jahren in Dublin zusammengebaut und anschließend nach Fanad transportiert. Am St. Patrick’s Day 1817, heute vor 200 Jahren, wurde erstmals das Leuchtfeuer entzündet, welches fortan den Seefahrern die Einfahrt aus dem Atlantik in Lough Swilly erleichtern sollte.
22 m hoch: der Leuchtturm auf Fanad Head
Heute ist das Fanad Lighthouse noch immer im Einsatz, wenngleich die Technologie den Betrieb eines Leuchtturms heutzutage gegenüber den ersten Jahren deutlich vereinfacht hat. Was heute computer- und satelitengestützt überwacht und gesteuert wird, war für über 150 Jahre Arbeit von Menschenhand. Bei einer Führung durch das Fanad Lighthouse kann der Leuchtturm besichtigt werden und überall gibt es kleine Einblicke in das Leben der Leuchtturmwärter auf Fanad. So zeugen beispielsweise Flaschenschiffe davon, wie sich die Wärter während der oftmals eintönigen Stunden die Zeit vertrieben. Der letzte Leuchtturmwärter von Fanad hatte letztendlich schon nur noch die Aufgabe, den Turmbetrieb zu überwachen. Das Steuern der Leuchte wurde bereits von einem Computer übernommen. Mit dem Tod des letzten Leuchtturmwärters endete die Zeit der permanenten Besatzung des Fanad Lighthouse.
Leuchtendes Beispiel für die Leuchte eines Leuchtturms
Der 22 m hohe Leuchtturm selbst kann bestiegen werden und bei gutem Wetter genießt man nach dem Erklimmen einer schmalen Wendeltreppe eine großartige Aussicht auf den Nordatlantik, Lough Swilly sowie Fanad und Inishowen. Mit seinen leuchtend weißen Wänden sticht das Fanad Lighthouse bei Sonnenschein deutlich vor dem tiefblauen Wellen des Atlantik heraus und ist ein beliebtes Fotomotiv von Besuchern.
Nichts für Menschen mit Höhenangst. Eine schmale Wendeltreppe führt hinauf in den Leuchtturm.
Als Signature Point auf dem Wild Atlantic Way ist Fanad Head mit seinem markanten Leuchtturm beliebtes Reiseziel für Touristen. Das ehemalige Wohnhaus der Leuchtturmwärter kann heute zur Übernachtung gemietet werden.
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